Einmal Paris und zurück! von Mika S. (8a)

Reise­bericht Mika Stu­dent, Klasse 8a

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Meine Teil­nahme am Marathon-Freuret Cal­lenge CEP, Paris

Es ist Dien­stag­mor­gen. Eine Fechtkol­le­gin holt uns mit ihrer Mut­ter zu Hause ab. Es geht nach Paris zu einem Fechtlehrgang und einem sehr großen inter­na­tionalen Turnier. Ich habe schon an vie­len größeren Turnieren teilgenom­men, aber ein Turnier mit über 900 Fechtern aus Län­dern wie Chi­na, Rus­s­land, USA, Israel, Ägypten und vie­len weit­eren Natio­nen ist für mich totales Neu­land. Ich bin sehr aufgeregt.

Es geht los. Gut 6 Stun­den Fahrt liegen vor uns. Da wir das gle­iche Hob­by haben haben wir auch rel­a­tiv viele Gespräch­s­the­men und die Zeit geht schnell um. Kurz vor Paris wird es langsam dunkel und es fängt wahnsin­nig an zu schneien. Deshalb dauern die let­zten Kilo­me­ter dann doch etwas länger. Rechts neben der Auto­bahn sehen wir ein Schild mit ein­er großen Mick­ey Mouse. Dis­ney­land wäre auch ein nettes Ziel gewe­sen, aber für uns ist es das Zeichen dafür, dass wir bald an unserem Hotel ankom­men.

Geschafft. Das Zim­mer ist zwar recht klein, aber zweck­mäßig. Die haben wohl nicht so viel Platz hier in Paris scherzen wir. Jet­zt schnell schlafen und mor­gen geht es los.

Es ist 7 Uhr, der Weck­er klin­gelt. Schnell fer­tig machen, früh­stück­en und auf zur Halle. Den Weg find­en wir sehr schnell, wir fol­gen ein­fach ein­er Gruppe von ca. 20 Asi­at­en mit Fecht­taschen. OMG! Die sind ja mit ganzen Del­e­ga­tio­nen hier angereist. Mein Blut­druck steigt. Wir betreten eine Sporthalle mit unendlich vie­len Fecht­bah­nen und suchen uns einen Platz auf der Tribüne. Schnell fer­tig­machen für das Aufwärm­train­ing. Eine Frau über­set­zt die Begrüßungsrede des ital­ienis­chen Camp-Train­ers auf englisch und franzö­sisch. Es ist der ehe­ma­lige ital­ienis­che Flo­rett-Fechter Ste­fano Ceri­oni. Er hat zwis­chen 1984 und 1996 an allen olymp­is­chen Som­mer­spie­len teilgenom­men und dabei zwei Gold- und eine Bronzemedaille gewon­nen.

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Nach einem aus­giebi­gen Aufwärm­train­ing mit vie­len Tipps für die Turnier­vor­bere­itung und mit schmerzhaften Dehnübun­gen fol­gen unzäh­lige Freige­fechte. Auf der Final-Planch­es macht sich ein großer amerikanis­ch­er Fechter warm. Wow! Das ist ja Race Imbo­den, ein amerikanis­ch­er Weltk­lasse­fechter, der bei der Olympiade in Rio die Bronzemedaille gewann. Und wir dür­fen gegen ihn fecht­en. Sehr cool!

Ich nutze die Zeit und fechte gegen unzäh­lige Fechter aus Eng­land, Israel, Chi­na, Ägypten und aus aller Welt. Alle sind unglaublich nett. Wir tauschen uns aus und ich beobachte deren Fecht­stile. Viele Fechter aus anderen Natio­nen erler­nen das Fecht­en auf eine ganz andere Art als wir in Deutsch­land. Das wird eine harte Num­mer. Aber es gelingt mir doch mich gegen mehr Geg­n­er durchzuset­zen als ich gedacht hätte.

Am zweit­en Tag des Camps ist der Ablauf gle­ich. Aufwärm­train­ing, fecht­en, fecht­en, fecht­en. Ich spüre meine Ober­schenkel­musku­latur. Aber gewaltig.

Drit­ter Tag. Wir haben heute Vor­mit­tag frei und nutzen die Zeit um wenig­stens den Eif­fel­turm zu sehen. Mit dem Taxi fahren wir dor­thin um Zeit zu sparen. Da wir schon­mal da sind muss meine Mut­ter natür­lich noch Fotos von mir und unser­er Begleitung in Fechtk­lei­dung machen. Pein­lich: wir wer­den zur Attrak­tion des Tages. Unzäh­lige gle­ichgek­lei­de­ter Chi­nesin­nen bleiben ste­hen und fotografieren uns. Bloß schnell wieder den Train­ingsanzug anziehen und per Google-App zur näch­sten Metro-Sta­tion. Es wird auch Zeit, um 14 Uhr begin­nt die Waf­fenkon­trolle. Also gehen wir einen Schritt schneller und steigen in eine völ­lig über­füllte Unter­grund­bahn ein. Es macht Spaß auf diese Art die Stadt zu erkun­den. Im näch­sten Jahr müssen wir dafür unbe­d­ingt etwas mehr Zeit ein­pla­nen.

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OK. Wir kom­men an der Halle an. Die Tür ist noch ver­schlossen. Cir­ca 150 Fechter und deren Begleit­er warten bere­its in ein­er lan­gen Schlange. Ich befürchte Schlim­meres. 900 Fechter zur Waf­fenkon­trolle, bei der Deutschen Meis­ter­schaft waren es immer­hin 300 und das hat schon Stun­den gedauert. Nach­dem die Tür geöffnet wurde, müssen wir durch einen Sicher­heitscheck. Paris halt, macht Sinn. Uner­warteter­weise ist alles sehr über­sichtlich und wirk­lich gut organ­isiert. Acht Tis­che an denen die Waf­fenkon­trolle durchge­führt wird. Man bekommt eine Num­mer und den entsprechen­den Tisch dann zugewiesen. Auf ein­er riesi­gen Vide­owall kann man sehen wer bere­its fer­tig ist. Es dauert etwas, aber wir sind doch viel schneller fer­tig als ich dachte. Danach geht es ab ins Hotel und früh schlafen.

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Es ist jet­zt Sam­stag, der erste Turniertag. Um 5 Uhr klin­gelt unser Weck­er. Schnell ab unter die Dusche und erst­mal in Ruhe wach wer­den. Mist! Das Wass­er ist kalt. So fängt der Tag ja schon gut an. Also dann doch etwas schneller duschen, langsam früh­stück­en und ab zur Halle. 6.30 Uhr, schon wieder eine lange Schlange vor der Hal­len­tür. Ich ver­suche ruhig zu bleiben, klappt aber nicht. Tür auf, Sicher­heit­skon­trolle, Platz suchen warm machen. Gar nicht so ein­fach. Die Halle ist prop­pen­voll. 

Die Vor­runde begin­nt. Ich muss alleine zur Bahn. Meine Mut­ter beobachtet alles von der Bande aus und ver­sucht über die Inter­net­seite her­auszufind­en wo wir als näch­stes hin müssen. Das Turnier find­et in fünf Hallen gle­ichzeit­ig statt. Zwei Gefechte gewon­nen, drei ver­loren. Mist, hätte bess­er laufen kön­nen. Dem Ital­iener aus mein­er Gruppe, der sich ger­ade vor Aufre­gung auf der Planche übergeben musste, geht es schlechter als mir.  Aber wir sind ja auch nicht irgend­wo auf einem Turnier. Ich lerne einen net­ten Englän­der und einen Chi­ne­sen ken­nen und wir unter­hal­ten uns auf englisch. Schule macht manch­mal doch Sinn. 

Meine Mut­ter ruft. Wir müssen die Halle wech­seln. Schnell wird alles in die Tasche gewor­fen und wir fol­gen wieder ein­mal ein­fach der Masse. Gott sei Dank ist es die richtige Halle die wir erre­ichen. Sicher­heit­skon­trolle, umziehen, fecht­en. Israel, Ägypten und zweimal Frankre­ich sind jet­zt dran. Zwei gewon­nen, zwei ver­loren. Den aus Israel habe ich etwas unter­schätzt. Egal, ich bin noch nicht raus. Wieder zurück in die alte Halle. Im 256er Tableau muss ich gegen einen Ital­iener fecht­en. Der geht mir ger­ade mal bis zum Bauch. OK, ich passe mich seine Größe an so gut ich kann und nutze meine Länge. 10:2 gewon­nen. Also weit­er. Wir warten was die Lis­ten sagen. Bahn 13. Das Gefecht ist gegen einen Fran­zosen. Ich gewinne wieder. Jet­zt 10:3 für mich. Und wieder weit­er. Wieder Bahn 13. Der Sicher­heits­mann lässt mich nicht durch. Also dann mal etwas deut­lich­er, der Obmann wartet schon. Das ist das dritte Gefecht inner­halb der let­zten hal­ben Stunde. Ich bin echt fer­tig. Ein Fran­zose ist mein Geg­n­er. Mist, ich liege 5:0 zurück. Jet­zt wird’s eng. Also nochmal mit aller Kraft voraus. Ich kann auf 9:8 auf­holen. Der näch­ste Tre­f­fer gehört dem Fran­zosen. Schade, aber immer­hin auf Platz 109 von 227 Fechtern in mein­er Alter­sklasse. Wir sind sehr zufrieden. Wir beobacht­en noch ein wenig das Turniergeschehen und machen uns dann auf den Weg zum Hotel. Das Wass­er ist immer noch kalt. Mist! Aben­dessen bei MCD, weit­er schaffe ich es nicht mehr. Schlafen, auf­ste­hen, pack­en. Kurz zur Halle und guck­en was mein deutsch­er Kol­lege macht. Wir drück­en ihm die Dau­men. Es geht heim. Ich ver­schlafe die halbe Zeit im Auto und bin froh, als wir wieder zu Hause angekom­men sind. Aus­pack­en, schlafen. Endlich auss­chlafen!

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Blick in den Bio-LK: Insekten u. Evolution

Insek­ten und Evo­lu­tion im Schüler­la­bor

Die Schü­lerin­nen und Schüler des Biolo­gie Leis­tungskurs­es haben an dem Pro­jekt „Insek­ten“ im Alfried-Krupp-Schüler­la­bor teilgenom­men, dabei ging es z.B. um Tar­nung, Ver­hal­tens­bi­olo­gie und Van-der-Waals-Kräfte. Sie haben die Kräfte unter­sucht und berech­net, die es Ameisen ermöglichen die Wände hoch zu laufen. Auch ein­fache Ver­hal­tensun­ter­suchun­gen haben die Schü­lerin­nen und Schüler an Grillen gemacht und diese dann sta­tis­tisch aus­gew­ertet.

Mam­mut­bäume und die Evo­lu­tion der Pflanzen im Botanis­chen Garten

Die Schü­lerin­nen und Schüler des Biolo­gie Leis­tungskurs­es haben im Botanis­chen Garten Bochum die Evo­lu­tion der Landpflanzen und die Diver­sität der Pflanzen ken­nen­gel­ernt. Sie haben das größte Gras der Welt und die Gänge von Ameisenpflanzen gese­hen. Sie kon­nten alle drei Mam­mut­bau­marten anfassen. Im Tropen­haus haben die Schü­lerin­nen und Schüler einen Ein­druck von unter­schiedlichen tro­pis­chen Leben­sräu­men bekom­men.

Ein Blick ins Klassenzimmer — Bio Q1

Evo­lu­tion des Men­schen – Arbeit­en mit authen­tis­chen Rekon­struk­tio­nen

Die Schü­lerin­nen und Schüler des Biolo­gie-Leis­tungskurs­es arbeit­en mit authen­tis­chen Schädel-Rekon­struk­tio­nen von Vor­men­schen- und Men­schen-Arten. Sie messen das Gehirn­vol­u­men, den Schädelum­fang und beschreiben die Mor­pholo­gie der Knochen, um die Arten in ein­er chro­nol­o­gis­chen und mor­phol­o­gis­chen Entwick­lungsrei­he anzuord­nen. Diese Rekon­struk­tio­nen wur­den von der Uni­ver­sität Göt­tin­gen die Forschung und Lehre berech­net und hergestellt.

Bailey´s Corner IX — Ein verspätetes frohes neues Jahr!

Hur­ra, hur­ra, ein neues Jahr!
Ich freue mich sehr über und auf das Jahr 2019, denn das bedeutet dass ich endlich wieder mit in die Schule darf. Zwis­chen den Herb­st- und Wei­h­nachts­fe­rien habe ich ja ein biss­chen Pause gemacht. Aber nun bin ich wieder fit und voll ein­satzfähig.


Ich war in den let­zten Tagen wieder viel bei den 5ern, aber auch in der Klasse 10 oder der Ober­stufe.
Im Moment wird viel mit mir gekuschelt, das finde ich toll!
Und die Schü­lerin­nen und Schüler der Car­o­li­nen­schule sind immer total nett zu mir und freuen sich, wenn sie mich im Schul­ge­bäude tre­f­fen. Ich trage jet­zt näm­lich das gelbe Hals­band — und das bedeutet, dass man mich stre­icheln darf, wenn ich zu einem komme.


Auch in der Schul­hund AG arbeit­en wir weit­er. Wom­it wir uns aktuell beschäfti­gen, kön­nt ihr in Bailey’s Cor­ner vor dem Lehrerz­im­mer erfahren.
Euer Bai­ley

Fachschaft Sport (Jg. 5)- FOSS Test

Der Ein­stieg ist geglückt

Kaum an der neuen Schule angekom­men stand für unsere fün­ften Klassen auch schon die erste Bewährung­sprobe auf dem Pro­gramm. Der oblig­a­torische FOSS-Test!

Die neugieri­gen Blicke und trip­pel­nden Füße beim Betreten der Halle ließen keinen Zweifel aufkom­men: Hier sind Kinder top motiviert und wollen losle­gen.

In acht unter­schiedlichen Übun­gen wurde unseren Fün­fern alles abver­langt, um das best­mögliche Ergeb­nis zu erzie­len. Sei es das Rück­wärts­bal­ancieren auf einem 4cm bre­it­en Steg, das seitliche Hin- und Her­sprin­gen oder auch der Sprint über 20 Meter — alle Übun­gen wur­den mit großer Konzen­tra­tion und bären­starkem Willen gemeis­tert. Nicht nur die Kinder, son­dern auch die Lehrkräfte staunten an der ein oder anderen Stelle über die tollen Ergeb­nisse und man darf es nicht ver­schweigen: Einige wuch­sen wirk­lich über sich hin­aus. Die tolle Stim­mung und die Unter­stützung eines jeden Teil­nehmers sorgte neben den Ergeb­nis­sen dafür, dass es ein run­dum gelun­ge­nes Event war. Nach der Auswer­tung der Ergeb­nisse erhält jedes Kind eine Urkunde auf der die einzel­nen Leis­tun­gen doku­men­tiert sind. 

Die Sportlehrer freuen sich schon auf das näch­ste große Event: Das Sport­fest 2019.

Die Fach­schaft Sport

Blick ins Projekt — Klimawandel (Jg. 10, GL)

Kli­mawan­del bet­rifft uns alle – Pro­jekt zum The­ma Kli­mawan­del in der 10a

Die Kli­maverän­derung haben wir nicht erst seit diesem Som­mer gespürt. Auch in den let­zten Jahren gab es immer wieder Wet­ter­phänomene, die nicht in ihre Jahreszeit oder in ihr Land zu passen schienen. Grund dafür ist unter anderem der Kli­mawan­del.

 

 In diesem Gesellschaft­slehre-Pro­jekt haben sich die Schü­lerin­nen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 mit den Ursachen und Wirkun­gen des Kli­mawan­dels auseinan­derge­set­zt und eine Idee oder einen Plan entwick­elt, wie man den glob­alen Kli­mawan­del aufhal­ten kann. Die Schü­lerin­nen und Schüler haben sich
zunächst einen fundierten Überblick über das The­ma als solch­es ver­schafft. Sie haben sich mit­tels Sta­tio­nen­ler­nens nicht nur über aktuelle Geschehnisse in Sachen Kli­mawan­del informiert, son­dern auch das Prinzip des Treib­haus­ef­fek­tes und inter­na­tionale Bemühun­gen zum Kli­maschutz erar­beit­et. Auf diese Weise kon­nte das notwendi­ge Grund­wis­sen an nur einem Pro­jek­t­tag erlangt und die richtige Entschei­dung für die Weit­er­ar­beit getrof­fen wer­den.

 

 Weit­er ging es mit der Auswahl eines The­mas aus den Bere­ichen Mobil­ität, Ernährung, Strom und Heizen, um danach in Kle­in­grup­pen eine Idee oder Lösung für den Kli­mawan­del zu entwick­eln. Neben den Pow­er-Point-Präsen­ta­tio­nen, in denen die Vor­tra­gen­den u.a. ihre Mitschü­lerin­nen und Mitschülern durch ein Quiz motiviert haben, wur­den zunächst die Prob­leme dargestellt und im Anschluss ihre Mod­elle, Plakate oder ihre inter­nen „Caro News“ präsen­tiert, wie man Lösungsan­sätze zum Kli­maschutz in der Real­ität umset­zen kön­nte. Induk­tions­be­triebene Fahrbah­nen, ein kli­mafre­undlich­er Super­markt, ein energies­paren­des Haus oder das Pro­jekt „food­shar­ing“ wur­den vorgestellt. Zudem wur­den die grund­sät­zlichen Fol­gen des Kli­mawan­dels für die Tier- und Pflanzen­welt von ein­er Gruppe mit­tels „3D-Weltkarte“ mod­el­liert (siehe Foto). Also eine Vielzahl von Möglichkeit­en, die einen Anreiz zum Tätig­w­er­den bieten sollen, da wir alle für unsere Welt, in der wir leben ver­ant­wortlich sind.
Julia Bräunig/ Anna Tamse

Blick ins Projekt — Leben in einer Utopie (Jg. 10, PPL)

Leben in ein­er Utopie (Jg. 10, PPL)

Im Jahr 1516 veröf­fentlichte der Britis­che Philosoph Thomas Morus sein Werk „De opti­mo statu rei pub­li­cae deque nova insu­la Utopia“ („Von der besten Ver­fas­sung des Staates und von der neuen Insel Utopia“), in dem er ein erfun­denes Insel­re­ich mit ein­er von den dama­li­gen Gegeben­heit­en völ­lig unter­schiedlichen Gesellschaftsstruk­tur beschrieb. Morus‘ Werk war so prä­gend, dass nach­fol­gend alle lit­er­arischen Werke, in denen eine erfun­dene, pos­i­tive Gesellschaft dargestellt wurde, als „Utopi­en“ beze­ich­net wur­den.

Es sah dort sehr per­fekt aus, nahezu schon unheim­lich. Qua­dratis­che Grund­stücke mit jew­eils 3 Bäu­men und 2 Beeten. Die Leute eingek­lei­det mit Pelzen und Blät­tern, die Beete bunt gemis­cht mit Obst und Gemüse.“ (- Carpe Diem)

Utopi­en – wörtlich über­set­zt „Nicht-Orte“ – gel­ten noch heute in vie­len Kon­tex­ten als das Ide­al­bild des Zusam­men­lebens. In ihnen wer­den Gesellschaftsvi­sio­nen beschrieben, in denen Men­schen in alter­na­tiv­en Sys­te­men prak­tisch leben – auch, wenn diese Visio­nen in der Real­ität meist nicht umset­zbar sind.

Von jedem Men­schen, dem wir begeg­neten, erhiel­ten wir eine fre­undliche Begrüßung und ich sah zum ersten Mal eine solche fre­undliche Stadt, mit solchen glück­lichen Bewohn­ern.“ (- Cocai­ni)

Die Frage ist nun: ist das Leben in ein­er Utopie wirk­lich so schön, wie es sich Philosophen schon seit Pla­tons Zeit aus­malen? Oder ent­pup­pt sich auch die schön­ste Utopie, die mit den rein­sten Absicht­en geschaf­fen wurde, wenn man sie genauer betra­chtet eher als Dystopie, ein zukun­ft­spes­simistis­ches Szenario, in dem sich die Gesellschaft zum Neg­a­tiv­en entwick­elt? Um diese Frage zu beant­worten, ent­war­fen die Schü­lerin­nen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 im Pro­jekt ihre eige­nen Utopi­en.

Mein erster Ein­blick von der Insel war sehr pos­i­tiv. Die Men­schen, die hier am Strand wohnen, haben mich fre­undlich begrüßt. Hier auf der Insel hat jed­er seine eigene Nahrungsmit­telver­sorgung, die sie vom Staat bekom­men. Ich habe für die kurze Zeit einen kleinen Vor­rat vom Staat geschenkt bekom­men.“ (- Isla de la Jus­ti­cia)

Zuerst ein­mal musste aber erar­beit­et wer­den, was eine Utopie eigentlich aus­macht. So zeich­net sich Morus‘ Insel „Utopia“ beispiel­sweise dadurch aus, dass die Ein­wohn­er der Insel alle zusam­men Acker­bau betreiben und jed­er dazu noch ein weit­eres Handw­erk erlernt, dem er genau 6 Stun­den am Tag nachge­ht. Auch sind die ange­baut­en Pro­duk­te auf den örtlichen Märk­ten kosten­los, denn sie gehören allen. Ander­er­seits, und hier zeigen sich auch bei Morus erste dystopis­che Züge, gibt es auf Utopia Sklaverei und die Todesstrafe. 

Auf unser­er Insel herrscht eine Monar­chie. Alle unser­er Bürg­er sind adelig. Bis auf die Sklaven.“ (- Mag­num Opus)

Nach­dem die jun­gen Insel­grün­der ver­standen hat­ten, worauf es bei dem Vorhaben ankam, ging es dann an die Pla­nung. Das erste Prob­lem, vor dem die Grup­pen standen, war die Suche nach einem passenden Namen für die Insel­staat­en. Nach inten­siv­er Inter­ne­trecherche und einem Crashkurs im Lateinis­chen waren die Namen gefun­den und die neuen Staat­en getauft: Carpe Diem, Cocai­ni, Isla de la Jus­ti­cia, Mag­num Opus und Upi­tie. 

Die Insel, wo ich bin, heißt Upi­tie und hat 5000 Ein­wohn­er. Die Men­schen die dort leben sind sehr nett, hüb­sch, sehr fre­undlich zueinan­der und sehr hil­fs­bere­it.“ (- Upi­tie)

Nun began­nen die eigentlichen Prob­leme, mit denen sich jed­er, der plöt­zlich über ein Insel­re­ich entschei­den soll, befassen muss: Wer herrscht auf der Insel? Welche Rechte und Pflicht­en haben die Ein­wohn­er? Gibt es Geset­ze? Gibt es Strafen? Wie wird Arbeit verteilt, die Waren, wie läuft der Han­del, welchen Wert hat Geld, und, und, und… 

Die Men­schen hier entsch­ieden sich, hier­hin zu ziehen, um ein erfülltes Leben zu genießen und ohne Chemikalien ihre Umwelt halt­bar zu machen. Jed­er baute genau das an was er brauchte, sodass nie­mand sagen kon­nte, er hätte einen wirtschaftlichen Nachteil.“ (- Carpe Diem)

All diese Fra­gen waren in manchen Grup­pen leichter beant­wortet, in anderen schwieriger. Manch eine Gruppe fand sofort ihre präferierte Staats­form, andere mussten erst ein­mal über­legen, welche Vor- und Nachteile zum Beispiel eine Monar­chie wirk­lich hat­te. Demokratie, so zeigte sich schnell, war den meis­ten zu lang­weilig. 

Als ich kurz vorm Schloss war, begrüßte die Köni­gin mich und führte mich zu ein­er Tafel, die reich­lich gedeckt war. Am Tisch saßen ihre 2 Söhne und ihre Tochter, zudem auch die Köni­gin. Nur neben ihr war ein Platzt frei.“ (- Isla de la Jus­ti­cia)

Waren die noch offe­nen Fra­gen nun gek­lärt und die let­zten Diskus­sio­nen über die Vorzüge des Kan­ni­bal­is­mus geführt, wurde ange­fan­gen, das Leben auf den Inseln zu doku­men­tieren. Um dem Leser deut­lich zu machen, welche Unter­schiede es zwis­chen den utopis­chen Staat­en und unser­er nor­malen Welt gibt, soll­ten die Texte, die die Grup­pen ver­fassen wür­den, aus der Per­spek­tive eines Außen­ste­hen­den geschrieben wer­den. Auch hier hiel­ten blieben wir also nah an unserem philosophis­chen Vor­bild Morus, denn auch in seinem Werk berichtet in der Form eines fik­tiv­en Reise­berichts über Utopia. 

Jed­er muss zur Arbeit, man darf sich aus­suchen, was man machen will zwis­chen Acker­bau, Fis­cherei, und Zock­en. Ich weiß, was Sie denken, näm­lich dass jed­er zock­en genom­men hat – aber 30% arbeit­et im Acker­bau, 30% sind Zock­er und 40% sind Fis­ch­er.“ (- Upi­tie)

Anders als Morus war es jedoch nicht unser Ziel, unsere Werke in einem Buch zu veröf­fentlichen (zumin­d­est nicht unser primäres Ziel). Über die mod­erne Utopie sollte schließlich in der Form eines mod­er­nen Medi­ums berichtet wer­den: in einem Inter­net­blog! Die einzel­nen Grup­pen ver­fassten also Blog­beiträge, die sie selb­ständig veröf­fentlicht­en. 

Durch die poli­tis­chen Bünd­nisse mit den anderen Inseln wer­den wir mit Nahrung ver­sorgt. Wir bezahlen Sie mit Geld und Gold sie brin­gen uns Nahrungsmit­tel. Außer­dem ver­sucht unsere Insel Mag­num Opus viele poli­tis­che Bünd­nisse mit anderen Inseln zu knüpfen, um eine starke Macht zu demon­stri­eren.“ (- Mag­num Opus)

Und anders als bei Morus bot die Form des Inter­net­blogs die Möglichkeit, direkt mit den Leserin­nen und Lesern zu kom­mu­nizieren. Die ersten Blog­beiträge der Utopi­er wur­den zwis­chen den Pro­jekt-Fre­ita­gen fleißig von fre­undlichen Schü­lerin­nen und Schülern der Ober­stufe kom­men­tiert. Die Philosophen aus EF und Q1 (sowie einige werte Mit­glieder des Kol­legiums) ver­fassten ins­ge­samt fast 200 Kom­mentare, in denen Fra­gen zum Leben auf den einzel­nen Inseln gestellt wur­den. 

An jedem 6. Mon­tag zele­bri­eren  wir ein Fest, wo wir unsere Ernte, von der wir einen Monat leben kön­nten, in ein Feuer wer­fen. Dies bringt Glück, da wir Gott zeigen wollen, dass wir reich geseg­net sind.“ (- Carpe Diem)

Diese Kom­mentare bilde­ten die Grund­lage für die weit­ere Pro­jek­tar­beit, waren die Grup­pen doch nun ange­hal­ten, die Wiss­be­gi­er der Leser zu stillen. Auch halfen die Kom­mentare den Insu­lan­ern dabei, konkret über das alltägliche Leben auf ihren Inseln nachzu­denken und den fik­tiv­en Inseln so noch mehr Leben einzuhauchen. 

Als wir weit­er gin­gen und etwas zu Essen besor­gen woll­ten, fiel mir auf, dass es kein Geld gab. Ich fragte, wie hier son­st bezahlt wird. Da lachte sie und sagte, dass hier alles umson­st sei, weil jed­er arbeit­ete.“ (- Cocai­ni)

Es war an dieser Stelle, an der manchen Schü­lerin­nen und Schülern auffiel, dass das Leben auf ihrer Insel vielle­icht doch nicht so per­fekt war, wie sie es sich gedacht hat­ten. Auch unsere Utopi­en wiesen also schnell leicht dystopis­che Züge auf.

Falls eine aus­ländis­che Hil­f­sor­gan­i­sa­tion unsere Sklaven entwen­den möchte, wer­den sie festgenom­men und hin­gerichtet; ihre Schiffe wer­den von der königlichen Marine ver­nichtet.“ (- Mag­num Opus)

Das Leben auf den utopis­chen Inseln des 10. Jahrgangs war für die fik­tiv­en Autoren der Reise­berichte sicher­lich nicht immer ein­fach – aber war das nicht abse­hbar? Gibt es über­haupt „die per­fek­te Welt“, die Philosophen nun seit über 500 Jahren suchen? 

Es gibt 4 ver­schiedene Ränge. In dem ersten Rang lebt die Köni­gin. In dem zweit­en Rang leben die nor­malen Ein­wohn­er und zusät­zlich die neuen Ein­wan­der­er. In dem drit­ten Rang sind die Men­schen, die aus ihren Tat­en ler­nen sollen. Der vierte Rang ist dafür da, um die, die ihre Chance nicht genutzt haben, zu bestrafen.“ (- Isla de la Jus­ti­cia)

Eine Frage, die nicht nur für die Schüler im Pro­jekt schwierig bis gar nicht zu beant­worten war. Fest stand jeden­falls, dass sich fast alle Grup­pen dafür entsch­ieden, dass ihr Charak­ter aus ihren Blog­beiträ­gen den Rest seines oder ihres Lebens auf den jew­eili­gen Inseln ver­brin­gen würde. Wie lange dieses Leben sein würde, oder ob die Charak­tere nicht vielle­icht doch als Sklaven oder als Aben­dessen enden wür­den, soll an dieser Stelle offen bleiben,

Jed­er bekommt auch einen eige­nen Elek­tro­roller; wenn der Akku leer ist, kann man diesen an ein­er Steck­dose aufladen. Die Energie kommt kom­plett vom Wass­er!“ (- Upi­tie)

Die kom­plet­ten Blog­beiträge der einzel­nen Grup­pen kön­nen Sie auf dem Blog der Philosophen an der Car­o­li­nen­schule nach­le­sen. (https://carophilo.wordpress.com) Wir hof­fen, dass Sie und ihr mit uns auf die Reisen nach Carpe Diem, Cocai­ni, Isla de la Jus­ti­cia, Mag­num Opus und Upi­tie kommt und dass Sie und ihr den Aufen­thalt genießt (und besten­falls auch über­lebt). 

  • A. Teufel

Carophilo — Philosophieren an der Carolinenschule

Habe Mut, dich deines eige­nen Ver­standes zu bedi­enen!“ – Immanuel Kant 

Liebe Leserin­nen und Leser,

auf der Seite Carophi­lo find­en Sie die Ergeb­nisse aus ver­schiede­nen Pro­jek­ten im Fach Prak­tis­che Philoso­phie an der Car­o­li­nen­schule in Bochum. Ziel all dieser Pro­jek­te ist es, die Schü­lerin­nen und Schüler unser­er Schule dazu zu brin­gen, aktiv selb­st zu philoso­phieren. Autonomie im Denken, wie Immanuel Kant sie schon forderte, ste­ht hier­bei im Fokus.

Vielle­icht regt Sie ja der eine oder andere unser­er Beiträge selb­st zum Nach­denken an.
Dann hät­ten wir unser Ziel erre­icht.

Die Fach­schaft Philoso­phie

Blick ins Projekt — Künstlerkoffer (7a)

Ich packe meinen Kof­fer.“ — Ein Kün­stler geht auf Reisen 

Erstellen ein­er biografis­chen Mate­ri­al­samm­lung. Kun­st­geschichtlich­er Kurs anhand von Beispie­len der bilden­den Kun­st aus den Anfän­gen der Mod­erne

Stellt Euch vor, ein Kün­stler ver­reist. Was hat er dabei?“ Das war die Frage, um die es bei dem Pro­jekt „Kün­stlerkof­fer“ ging. Die Klasse 7a teilte sich in Grup­pen auf und suchte sich einen Kün­stler aus. Und dann stell­ten sie sich der ersten Her­aus­forderung: Der Kof­fer. Es war freigestellt, einen zu basteln oder einen bere­its vorhan­de­nen zu benutzen. Zwei Grup­pen hat­ten schon einen tollen Kof­fer zuhause, der Rest machte sich ans Werk und begann zu pla­nen, zu entwer­fen, und eine Gruppe hat­te sog­ar das Glück, einen großen Kar­ton geschenkt zu kriegen. Es wur­den Infor­ma­tio­nen über den Kün­stler aufgeschrieben, bis man einen Krampf hat­te und ganz Wikipedia abgeschrieben wurde.

Am näch­sten Fre­itag wurde dann eifrig gebastelt und gemalt. Die Kof­fer nah­men immer mehr Gestalt an.

In der 3. Woche wur­den Bilder gemalt, Einzel­heit­en hinzuge­fügt, geze­ich­net, gemalt und viel gelacht.

Dann kam der let­zte Tag vor der Präsen­ta­tion, die Lebensläufe wur­den durchge­le­sen, die Texte und Bilder wur­den nochmal geprüft, den Kof­fern der let­zte Schliff ver­liehen. Über­all wurde geprobt, gear­beit­et und gepin­selt. Dann kam die Präsen­ta­tion: sechs ver­schiedene Grup­pen präsen­tierten sechs ver­schiedene Kof­fer. Jed­er einzelne Kof­fer wurde von zwei Mit­gliedern der Gruppe den anderen herum­laufend­en Kindern vorgestellt. Später wurde gewech­selt, so dass alle sich die Kof­fer anse­hen kon­nten. Alle sagten hin­ter­her, dass es eine tolle Zeit war. Geleit­et hat das Ganze die Kun­stlehrerin Frau Simon. Ich muss sagen, dass dieses Pro­jekt mir sehr gefall­en hat.

Rebec­ca B. (7a)